ZUR MUTTER GOTTES

 

Der Engel des Herrn (Angelus)

Freu dich, du Himmelskönigin (Regina caeli)

Sei gegrüsst, o Königin (Salve)

Unter deinen Schutz und Schirm

Lobgesang Mariens (Magnificat)  (Lk 1, 46‑55)

Gedenke, gütigste Jungfrau (Memorare)

Erhabene Mutter des Erlösers (Alma redemptoris mater)

Ave Regina caelorum

Weihe an Maria

Christi Mutter stand mit Schmerzen (Stabat Mater)

Stossgebete

Der Rosenkranz

Maria Mutter

Maria Tochter, Mutter und Braut

Maria, in den Himmel aufgenommen

Zur Himmelskönigin

Königin in alle Ewigkeit

 

Der Engel des Herrn (Angelus)

 

V.: Angelus Dómini nuntiávit Maríæ.

A.: Et concépit de Spíritu Sancto.

Ave María...

V.: Ecce ancílla Dómini.

A.: Fiat mihi secúndum verbum tuum.

Ave María...

V.: Et Verbum caro factum est.

A.: Et habitávit in nobis.

Ave María...

V.: Ora pro nobis, sancta Dei Génetrix.

A.: Ut digni efficiámur promissiónibus Christi.

Orémus.

Grátiam tuam, quaésumus, Dómine, méntibus nostris infúnde; ut qui, ángelo nuntiánte, Christi Fílii tui incarnatiónem cognóvimus, per passiónem eius et crucem, ad resurrectiónis glóriam perducámur. Per eúndem Christum Dóminum nostrum.

A.: Amen.

 

V.: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,

A.: und sie empfing vom Heiligen Geist.

Gegrüßet seist du, Maria ...

V.: Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn,

A.: mir geschehe nach deinem Wort.

Gegrüßet seist du, Maria ...

V.: Und das Wort ist Fleisch geworden

A.: und hat unter uns gewohnt.

Gegrüßet seist du, Maria...

V.: Bitte für uns, heilige Gottesmutter,

A.: daß wir würdig werden der Verheißung Christi.

Lasset uns beten.

Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

A.: Amen.

Freu dich, du Himmelskönigin (Regina caeli)

(in der österlichen Zeit)

 

V.: Regína cæli, lætáre. Allelúia.

A.: Quia quem meruísti portáre. Allelúia. 

V.: Resurréxit, sicut dixit. Allelúia.

A.: Ora pro nobis, Deum. Allelúia.

V.: Gaude et lætáre, Virgo María. Allelúia.

A.: Quia surréxit Dóminus vere. Allelúia.

Orémus.

Deus, qui per resurrectiónem Fílii tui, Dómini nostri Iesu Christi, mundum lætificáre dignátus es: præsta, quaésumus; ut, per eius Genitrícem Vírginem Maríam, perpétuæ capiámus gáudia vitæ. Per eúndem Christum Dóminum nostrum.

A.: Amen.

 

V.: Freu dich, du Himmelskönigin. Halleluja!

A.: Den du zu tragen würdig warst. Halleluja,

V.: Er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Halleluja.

A.: Bitt Gott für uns. Halleluja.

V.: Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria. Halleluja,

A.: Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.

Lasset uns beten.

Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Laß uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen, Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

A.: Amen

 

Sei gegrüsst, o Königin (Salve)

 

Salve, Regína, mater misericórdiæ; vita, dulcédo, et spes nostra, salve. Ad te clamámus, éxsules fílii Evæ. Ad te suspirámus, geméntes et flentes in hac lacrimárum valle. Eia ergo, advocáta nostra, illos tuos misericórdes óculos ad nos convérte. Et Iesum, benedíctum fructum ventris tui, nobis post hoc exsílium osténde. O clemens, O pia, O dulcis Virgo María.

 

A.: Ora pro nobis sancta Dei Génetrix.

V.: Ut digni efficiámur promissiónibus Christi.

 

Oremus

Omnípotens sempitérne Deus, qui gloriósæ Vírginis Matris Maríæ corpus et ánimam, ut dignum Fílii tui habitáculum effíci mererétur, Spíritu Sancto cooperánte, præparásti: da, ut cuius commemoratióne lætámur, eius pia intercessióne, ab instántibus malis et a morte perpétua liberémur. Per eúndem Christum Dóminum nostrum.

A.: Amen.                                                             

 

 

Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, unsre Wonne und unsre Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas; zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen. Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu, und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes.  O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!

 

V.: Bitte für uns, heilige Gottesmutter,

A.: daß wir würdig werden der Verheißung Christi.

 

Lasset uns beten.

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria durch die Mitwirkung des Heiligen Geistes zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes bereitet. Bewahre uns, da wir ihr Gedächtnis in Freude begehen, durch ihre Fürbitte vor drohendem Übel und dem ewigen Tode. Durch ihn, Christus, unseren Herrn.

A.: Amen.

 

Unter deinen Schutz und Schirm

 

Sub tuum præsídium confúgimus, sancta Dei Génetrix; nostras deprecatiónes ne despícias in necessitátibus nostris sed a perículis cunctis líbera nos semper, Virgo gloriósa et benedícta.

Dómina nostra, Mediátrix nostra, Advocáta nostra! Tuo fílio nos reconcília, tuo fílio nos comménda, tuo fílio nos repraesénta! Amen.

 

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin; verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin. Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. Amen.

 

 

Lobgesang Mariens (Magnificat)  (Lk 1, 46‑55)

 

Magníficat * ánima mea Dóminum,

et exsultávit spíritus meus * in Deo salutári meo

quía respéxit humilitátem ancíllee suae, * ecce enim ex hoc beátam me dicent omnes generatiónes

Quia fecit mihi magna, qui potens est: * et sanctum nomen eius,

et mísericórdia eius a progénie in progénies * timéntíbus eum.

Fecit poténtiam in brácchio suo, * dispérsit supérbos mente cordis sui,

depósuit poténtes de sede, * et exaltávit húmiles,

esuriéntes implévit bonis, * et dívites dimísit inánes.

Suscépit Israel, puerum suum, * recordátus misericórdiae suae,

sicut locútus est ad patres nostros, * Abraham et sémini eius in saécula.

Glória Patri

 

Meine Seele preist die Größe des Herrn, * und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. * Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, * und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Gechlecht zu Geschlecht * über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: * Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron * und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben * und läßt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an * und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, * Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Ehre sei dem Vater

 

Gedenke, gütigste Jungfrau (Memorare)

 

Memoráre, o piísima Virgo María, non esse audítum a saé­culo, quemquam ad tua curréntem præsídia, tua implorántem auxília, tua peténtem suffrágia esse derelíctum. Ego tali animátus confidéntia ad te, Virgo Vírginum, Mater, curro; ad te vénio; coram te gemens peccátor assísto. Noli, Mater Verbi, verba mea despícere, sed audi propítia et exáudi. Amen.

 

Gedenke, gütigste Jungfrau Maria, man hat es noch niemals gehört, daß jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief, um deine Fürsprache flehte, von dir verlassen worden sei. Von solchem Vertrauen beseelt, nehme ich meine Zuflucht zu dir, Mutter, Jungfrau der Jungfrauen. Zu dir komme ich, vor dir stehe ich seufzend als Sünder. Mutter des ewigen Wortes, verschmähe nicht meine Worte, sondern höre mich gnädig an und erhöre mich. Amen.

 

 

Erhabene Mutter des Erlösers (Alma redemptoris mater)

 

Alma Redemptóris Mater quæ pérvia cæli porta manes, et stella maris, succúrre cadénti. Súrgere qui curat  pópulo:  tu quæ genuísti, natúra miránte, tuum sanctum Genitórem.Virgo prius ac postérius, Gabriélis ab ore sumens illud ave, peccatórum miserére.

 

Erhabene Mutter des Erlösers,du allezeit offne Pforte des Himmels und Stern des Meeres, komm, hilf deinem Volke,das sich müht, vom Falle aufzustehen. Du hast geboren, der Natur zum Staunen, deinen heiligen Schöpfer. Unversehrte Jungfrau die du aus Gabriel Munde nahmst das selige Ave, o erbarme dich der Sünder.

 

 

Ave Regina caelorum

Ave, Regína cælórum,

ave, Dómina angelórum

salve, radix, salve, porta,

ex qua mundo lux est orta.

Gaude, Virgo gloriósa,

super omnes speciósa;

vale, o valde decóra

et pro nobis Christum exóra.

 

Ave, du Himmelskönigin,

ave, der Engel Herrscherin.

Wurzel, der das Heil entsprossen,

Tür, die uns das Licht erschlossen;

Freu dich, Jungfrau, voll der Ehre,

über allen Seligen Hehre,

sei gegrüßt, des Himmels Krone,

bitt für uns bei deinem Sohne.

 

Weihe an Maria

 

O meine Gebieterin, o meine Mutter! Dir bringe ich mich ganz dar; und um dir meine Hingabe zu bezeigen, weihe ich dir heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz, mich selber ganz und gar. Weil ich also dir gehöre, o gute Mutter, bewahre mich, beschütze mich als dein Gut und Eigentum. Amen.

 

 

Christi Mutter stand mit Schmerzen (Stabat Mater)

 

Stabat Mater dolorósa

Iuxta crucem lacrimósa,

Dum pendébat Fílius.

 

Cuius ánimam geméntem,

Contristátam et doléntem,

Pertransívit gládius.

 

O quam tristis et afflícta

Fuit illa Benedícta

Mater Unigéniti!

 

Quæ mærébat, et dolébat,

Pia Mater, dum vidébat

Nati pœnas ínclyti.

 

Quis est homo, qui non fleret,

Matrem Christi si vidéret

In tanto supplício?

 

Quis non posset contristári,

Christi Matrem contemplári

Doléntem cum Fílio?

 

Pro peccátis suæ gentis

Vidit Iesum in torméntis,

Et flagéllis súbditum.

 

Vidit suum dulcem natum

Moriéndo desolátum,

Dum emísit spíritum.

 

Eia Mater, fons amóris,

Me sentíre vim dolóris

Fac, ut tecum lúgeam.

 

Fac, ut árdeat cor meum

In amándo Christum Deum,

Ut sibi compláceam.

 

Sancta Mater, istud agas,

Crucifíxi fige plagas

Cordi meo válide.

 

Tui nati vulneráti,

Tam dignáti pro me pati,

Pœnas mecum dívide.

 

Fac me tecum pie flere,

Crucifíxo condolére,

Donec ego víxero.

 

Iuxta crucem tecum stare,

Et me tibi sociáre

In planctu desídero.

 

Virgo vírginum præclára,

Mihi iam non sis amára:

Fac me tecum plángere.

 

Fac, ut portem Christi mortem,

Passiónis fac consórtem,

Et plagas recólere.

 

Fac me plagis vulnerári,

Fac me cruce inebriári,

Et cruóre Fílii.

 

Flammis urar ne succénsus,

Per te, Virgo, sim defénsus

In die iudícii.

 

Christe, cum sit hinc exíre,

Da per Matrem me veníre

Ad palmam victóriæ.

 

Quando corpus moriétur,

Fac, ut ánimæ donétur

Paradísi glória.

Amen.

 

Christi Mutter stand mit Schmerzen

bei dem Kreuz und weint' von Herzen,

als ihr lieber Sohn da hing.

 

Durch die Seele voller Trauer,

seufzend unter Todesschauer,

jetzt das Schwert des Leidens ging.

 

Welch ein Schmerz der Auserkornen,

da sie sah den Eingebornen,

wie er mit dem Tode rang!

 

Angst und Trauer, Qual und Bangen,

alles Leid hielt sie umfangen,

das nur je ein Herz durchdrang.

 

Wer könnt' ohne Tränen sehen

Christi Mutter also stehen

in so tiefen Jammers Not?

 

Wer nicht mit der Mutter weinen,

seinen Schmerz mit ihrem einen,

leiden bei des Sohnes Tod?

 

Ach, für seiner Brüder Schulden

sah sie ihn die Marter dulden,

Geißeln, Dornen, Spott und Hohn!

 

Sah ihn trostlos und verlassen

an dem blut'gen Kreuz erblassen,

ihren lieben, einz'gen Sohn.

 

Gib, o Mutter, Born der Liebe,

daß ich mich mit dir betrübe,

daß ich fühl' die Schmerzen dein.

 

Daß mein Herz von Lieb' entbrenne,

daß ich nur noch Jesus kenne,

daß ich liebe Gott allein.

 

Heil'ge Mutter, drück die Wunden,

die dein Sohn am Kreuz empfunden,

tief in meine Seele ein.

 

Ach, das Blut, das er vergossen,

ist für mich dahingeflossen;

laß mich teilen seine Pein.

 

Laß mich wahrhaft mit dir weinen,

mich mit Christi Leid vereinen,

solang mir das Leben währt.

 

Unterm Kreuz mit dir zu stehen,

unverwandt hinaufzusehen,

ist es, was mein Herz begehrt.

 

O du Jungfrau der Jungfrauen,

wollst in Liebe mich anschauen,

daß ich teile deinen Schmerz.

 

Daß ich Christi Tod und Leiden,

Marter, Angst und bittres Scheiden

fühle wie dein Mutterherz.

 

Laß mich tragen seine Peinen,

mich mit ihm am Kreuz vereinen,

trunken sein von seinem Blut.

 

Daß nicht zu der ew'gen Flamme

der Gerichtstag mich verdamme,

steh, o Jungfrau, für mich gut.

 

Christus, um der Mutter Leiden

gib mir einst des Sieges Freuden

nach des Erdenlebens Streit.

 

Jesus, wann mein Leib wird sterben,

laß dann meine Seele erben

deines Himmels Seligkeit.

Amen.

 

 

Stossgebete


Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.

 

Heilige allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria, bitte für uns.

 

Mutter der Kirche, bitte für uns

 

Mutter der schönen Liebe, bitte für uns.

 

Mutter der Schmerzen, bitte für uns.

 

Liebreiches Herz Mariä, sei meine Rettung!

 

Bitte für uns, heilige Gottesmutter, daß wir würdig werden der Verheißung Christi.

 

Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib.

 

Maria Tochter, Mutter und Braut

 

Singe vor der unbefleckten Jungfrau: Gegrüßet seist du Maria, Tochter Gottes des Vaters; gegrüßet seist du Maria, Mutter Gottes des Sohnes; gegrüßet seist du Maria, Braut Gottes des Heiligen Geistes. Größer als du ist nur Gott!

Hl. Josefmaria Escrivá

 

Maria, in den Himmel aufgenommen

 

Wie schimmernde Morgenröte, strahlend wie die Sonne, im lieblichen Glanze des Mondes steigt Maria empor zum höchsten Himmel.

Heute besteigt die Königin der Welt den Thron der Herrlichkeit, sie, die den gebar, der vor dem Morgenstern ist.

Aufgenommen über die Engel, erhebt sie sich auch über die Erzengel. Alle Verdienste der Heiligen läßt sie hinter sich.

Den sie einst an ihre Brust gedrückt, den sie in die Krippe gebettet, sieht sie jetzt als König über alles in der Herrlichkeit des Vaters.

Für uns flehe deinen Sohn an, o Jungfrau der Jungfrauen, durch die Er unsere Natur angenom­men und uns die Seinige darbietet. Dir sei Lob, Allerhöchster, der Du aus der Jungfrau geboren bist: Ehre sei auch dem unaussprechlichen Vater und dem Heiligen Geiste. Amen!                                                                      

Hl. Petrus Damiani

 

Heute ruht der heilige, lebendige Schrein Gottes, der den Schöpfer selbst in sich aufnahm, im Tempel des Herrn, den keines Menschen Hand Ihm erbaut hat.

Heute wurde die reine Jungfrau — ein lebendiger Himmel — aufgenommen in das Himmelszelt.

Denn wie konnte jene den Tod schauen, aus der das wahre Leben geströmt ist? Wohl unterstand auch sie dem Gesetz, das der einst gegeben, dessen Mutter sie war, und als Tochter des ersten Adam fügte sie sich dem alten Urteil. Denn auch ihr Sohn — doch das Leben selber —‚ weigerte sich nicht, sich diesem Urteil zu fügen. Aber als Mutter des lebendigen Gottes war sie würdig, zu Ihm aufge­nommen zu werden.

Wie hätte auch die Unterwelt sie aufnehmen können, wie hätte Verwesung ihren Körper erfassen können, in dem das Leben selber gewohnt? Nein, ein gerader und ebener, ein leichter Weg zum Himmel ward ihr zuteil. Wenn Christus, der Weg, die Wahrheit und das Leben, schon spricht: „Wo Ich bin, da soll auch mein Diener sein“: Wie mußte bei Ihm nicht vielmehr sein die Mutter!       

Hl. Johannes von Damaskus

 

 

Zur Himmelskönigin

 

Jungfrau, unbefleckt empfangen, Gottes und der Menschen Mutter:

Wir glauben mit der ganzen Glut unseres Herzens, daß du mit Leib und Seele glorreich aufgenommen bist in den Himmel, wo dir die Chöre der Engel und die Scharen der Seligen als ihrer Königin huldigen.

Wir vereinen uns mit ihnen im Lobpreis des Herrn, der dich über alle Geschöpfe erhob, und huldigen dir mit ihnen in Verehrung und Liebe.

Wir wissen, daß dein Blick, der einst in zarter Mutterliebe auf der demütigen und hienieden leidenden Menschengestalt Jesu ruhte, nun im Himmel an der verklärten Menschheit der ungeschaffenen Weisheit sich freut und daß die Freude deiner Seele in der Schau des dreieinen Gottes dein Herz aufjubeln läßt in seligem Entzücken.

Und wir arme Sünder, deren Leib den Aufschwung der Seele hemmt, wir flehen dich an: Läutere unsere Sinne, daß wir es lernen, schon hienieden, inmitten der Lockungen der Geschöpfe, Gott zu lieben und nur ihn allein!

Wir vertrauen darauf, daß du voll Erbarmen niederschaust auf unsere Nöte und unsere Ängste, auf unsere Kämpfe und unsere Schwächen; daß du dich mit uns freust an unseren Freuden und an unseren Siegen und daß du die Stimme Jesu hörst, die dir von einem jeden von uns, wie einst von seinem geliebten Jünger, sagt: Sieh da dein Kind.

Und wir, die wir dich als unsere Mutter anrufen, wir machen dich wie einst Johannes zur Führerin, Kraft und Trösterin unseres irdischen Lebens.

Wir glauben, daß deine Augen, die weinten über eine von Jesu Blut benetzte Erde, sich auch heute noch auf unsere Welt richten, die voll ist von Kriegen, Verfolgungen und Unterdrückungen der Gerechten und der Schwachen.

Und wir erhoffen in dem Dunkel dieses Tales der Tränen von deinem himmlischen Lichte und deinem milden Erbarmen Hilfe in unseren Herzensnöten, in den Heimsuchungen der Kirche und unseres Vaterlandes.

Wir glauben endlich, daß du in der ewigen Herrlichkeit, umkleidet mit der Sonne und mit Sternen bekränzt, nach Christus die Freude und die Wonne aller Engel und Heiligen bist.

Und wir Erdenpilger blicken in festem Glauben an die künftige Auferstehung auf dich, unser Leben, unsere Wonne und unsere Hoffnung; zieh uns in Liebe zu dir und zeige uns dereinst nach diesem Elend Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o liebe Jungfrau Maria.[1]

Pius XII

 

 

Königin in alle Ewigkeit

 

Königin des Himmels! Hocherhabene und selige Jungfrau! Du thronst auf dem himmlischen Sitze der Seligen. Allem Irdischen bist du entrückt, be­kleidet mit dem Gewande der Unsterblichkeit, gleich dem Ewigen alterst du nie.

Sei gegrüßt, o Königin, Glück der Erdgeborenen, Hilfe der Christen, ewige Hoffnung der Sünder, Wonne des Alls, jungfräuliche Mutter, schöner als alle Jungfrauen, erhabener über die himmlischen Mächte, Herrscherin, Allkönigin, Entzücken der Menschheit!

Bleibe stets huldvoll geneigt zu deinem Geschlech­te, sei uns allenthalben Zuflucht und Heil; erzeige allen deine Hilfe: Trost den Kleinen, Kraft den Schwachen, Schutz den Bedrängten, Leben den Ster­benden! Wie gut, daß der Herr dich, seligste Jung­frau, sich erlesen hat, deren Seele mit allen Tugen­den geschmückt ist. Ein großes Wunder bist du, o Maria! Was ist im Himmel und auf Erden je größer und herrlicher als du? Nicht die Propheten und Apostel, die Märtyrer und die Jungfrauen — keines der erschaffenen Wesen, in der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Wieviel, o Königin des Himmels, Maria, überragst du alle Scharen der Engel: Jene nahen Gott mit scheuer Ehrfurcht, ihr Antlitz ver­hüllend; du aber sagst getrost zum Herrn: "Mein Sohn!"

Darum sei gegrüßt, Jungfrau, Mutter, du Schir­merin und Ruhm und Zierde der Kirche!

Hl. Johannes Chrysostomus

 



[1] Von Papst Pius XII. verfaßt zur feierlichen Erklärung ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel und von ihm persönlich zum erstenmal vorgebetet am 1. November 1950 vor einer Million Pilger anläßlich der feierlichen Dogmatisierung