19.11. HL. ELISABETH VON THÜRINGEN

Messe Commune von Heiligen der Nächstenliebe (891-MB II 948); Lesungen vom Dienstag der 33. Woche im Jahreskreis (I)

 

ERÖFFNUNGSVERS Mt 25, 34. 36. 40

Veníte, benedícti Patrís mei, dícit Dóminus: infírmus eram, et visitástis me. Amen díco vobis, quámdiu fecístis uni ex his frátribus meis mínimis, mihi fecístis.

So spricht der Herr; Kommt her, ihr, die ihr von meinem Vater gesegnet seid; ich war krank, und ihr habt mich besucht. Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan.

Oder:

Elisabeth verließ ihr Haus und ihr Erbe, um das Los der Armen zu teilen. Der Herr aber hat sie zu sich erhoben.

 

Allgemeines Schuldbekenntnis 

 

TAGESGEBET

Deus, qui beátæ Elísabeth tribuísti in paupéribus Christum cognóscere ac venerári, da nobis, eius intercessióne, egénis et tribulátis iugi caritáte servíre. Per Dóminum.

Gott, du Vater der Armen, du hast der heiligen Elisabeth ein waches Herz für die Armen gegeben, in denen sie Christus erkannte und verehrte. Auf ihre Fürsprache gib auch uns den Geist deiner Liebe und leite uns an zu helfen, wo Menschen in Not und Bedrängnis sind. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Eigene Lesungen

Lesungen vom Dienstag der 33. Woche im Jahreskreis (I)

LESUNG 2 Makk 6, 18-31

Lesung aus dem zweiten Buch der Makkabäer

In jenen Tagen war unter den angesehensten Schriftgelehrten Eleasar, ein Mann von hohem Alter und edlen Gesichtszügen. Man sperrte ihm den Mund auf und wollte ihn zwingen, Schweinefleisch zu essen. Er aber zog den ehrenvollen Tod einem Leben voll Schande vor, ging freiwillig auf die Folterbank zu und spuckte das Fleisch wieder aus. In solcher Haltung mussten alle herantreten, die sich standhaft wehrten zu essen, was man nicht essen darf - nicht einmal um des geliebten Lebens willen. Die Leute, die bei dem gesetzwidrigen Opfermahl Dienst taten und die den Mann von früher her kannten, nahmen ihn heimlich beiseite und redeten ihm zu, er solle sich doch Fleisch holen lassen, das er essen dürfe, und es selbst zubereiten. Dann solle er tun, als ob er von dem Opferfleisch esse, wie es der König befohlen habe. Wenn er es so mache, entgehe er dem Tod; weil sie alte Freunde seien, würden sie ihn mit Nachsicht behandeln. Er aber fasste einen edlen Entschluss, wie es sich gehörte für einen Mann, der so alt und wegen seines Alters angesehen war, in Würde ergraut, der von Jugend an vorbildlich gelebt und - was noch wichtiger ist - den heiligen, von Gott gegebenen Gesetzen gehorcht hatte. So erklärte er ohne Umschweife, man solle ihn ruhig zur Unterwelt schicken. Wer so alt ist wie ich, soll sich nicht verstellen. Viele jungen Leute könnten sonst glauben, Eleasar sei mit seinen neunzig Jahren noch zu der fremden Lebensart übergegangen. Wenn ich jetzt heucheln würde, um eine geringe, kurze Zeit länger zu leben, würde ich sie irreleiten, meinem Alter aber Schimpf und Schande bringen. Vielleicht könnte ich mich für den Augenblick der Bestrafung durch die Menschen entziehen; doch nie, weder lebendig noch tot, werde ich den Händen des Allherrschers entfliehen. Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben und mich so meines Alters würdig zeigen. Der Jugend aber hinterlasse ich ein leuchtendes Beispiel, wie man mutig und mit Haltung für die ehrwürdigen und heiligen Gesetze eines schönen Todes stirbt. Nach diesen Worten ging er geradewegs zur Folterbank. Da schlug die Freundlichkeit, die ihm seine Begleiter eben noch erwiesen hatten, in Feindschaft um; denn was er gesagt hatte, hielten sie für Wahnsinn. Als man ihn zu Tod prügelte, sagte er stöhnend: Der Herr mit seiner heiligen Erkenntnis weiß, dass ich dem Tod hätte entrinnen können. Mein Körper leidet qualvoll unter den Schlägen, meine Seele aber erträgt sie mit Freuden, weil ich ihn fürchte. So starb er; durch seinen Tod hinterließ er nicht nur der Jugend, sondern den meisten aus dem Volk ein Beispiel für edle Gesinnung und ein Denkmal der Tugend.

 

ANTWORTPSALM Ps 3, 2-3.4-5.6-7 (R: vgl. 6b)

Dóminus suscépit me.

R Der Herr nimmt sich meiner an. - R

Herr, wie zahlreich sind deine Bedränger; so viele stehen gegen mich auf. Viele gibt es, die von mir sagen: „Er findet keine Hilfe bei Gott.“ - (R)

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich du bist meine Ehre und richtest mich auf. Ich habe laut zum Herrn gerufen; da erhörte er mich von seinem heiligen Berg. - (R)

Ich lege mich nieder und schlafe ein, ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich. Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, wenn sie mich ringsum belagern. - R

Dóminus suscépit me.

R Der Herr nimmt sich meiner an. - R

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM Vers: 1 Joh 4, 10b

Allelúia. Deus dílexit nos, et misit Fílium suum propitiatiónem pro peccátis nostris. Allelúia.

Halleluja. Halleluja. Gott hat uns geliebt und seinen Sohn gesandt als Sühne für unsere Sünden. Halleluja.

 

EVANGELIUM Lk 19, 1-10

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

 

Gabenbereitung

 

GABENGEBET

Súscipe, Dómine, múnera pópuli tui, et præsta, ut, qui Fílii tui imménsæ caritátis opus recólimus, in tui et próximi dilectióne, beáti Elisabeth exémplo, confirmémur. Per Christum.

Barmherziger Gott, wir feiern an diesem Altar das Werk, das Christus in seiner großen Liebe für uns getan hat. Nimm die Gaben deines Volkes an und gib, dass wir nach dem Beispiel deiner Heiligen feststehen in der Liebe zu dir und zu den Menschen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Oder: Proprium

Barmherziger Gott, am Fest der heiligen Elisabeth bringen wir das Opfer des Lobes dar. Nimm es gnädig an und schenke auch uns den Geist tätiger Nächstenliebe. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

PRÄFATION VON DEN HEILIGEN I

V.: Dóminus vobíscum.

A.: Et cum spíritu tuo.

V.: Sursum corda.

A.: Habémus ad Dóminum.

V.: Grátias agámus Dómino Deo nostro.

A.: Dignum et iustum est.

P.: Der Herr sei mit Euch.

A.: Und mit Deinem Geiste.

P.: Erhebet die Herzen.

A.: Wir haben sie beim Herrn.

P.: Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott.

A.: Das ist würdig und recht.

Vere dignum et iustum est, æquum et salutáre, nos tibi semper et ubíque grátias ágere: Dómine, sancte Pater, omnípotens ætérne Deus: Qui in Sanctórum concílio celebráris, et eórum coronándo mérita tua dona corónas. Qui nobis eórum conversatióne largíris exémplum, et communióne consórtium, et intercessióne subsídium; ut, tantis téstibus confirmáti, ad propósitum certámen currámus invícti et immarcescíbilem cum eis corónam glóriæ consequámur, per Christum Dóminum nostrum. Et ídeo cum Angelis et Archángelis, cumque multíplici congregatióne Sanctórum, hymnum laudis tibi cánimus, sine fine dicéntes: Sanctus…

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, immer und überall zu danken. Die Schar der Heiligen verkündet deine Größe, denn in der Krönung ihrer Verdienste krönst du das Werk deiner Gnade. Du schenkst uns in ihrem Leben ein Vorbild, auf ihre Fürsprache gewährst du uns Hilfe und gibst uns in ihrer Gemeinschaft das verheißene Erbe. Ihr Zeugnis verleiht uns die Kraft, im Kampf gegen das Böse zu siegen und mit ihnen die Krone der Herrlichkeit zu empfangen durch unseren Herrn Jesus Christus. Darum preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig...

 

Hochgebet: Erstes Zweites Drittes Viertes

 

KOMMUNIONVERS Joh 15, 13

Maiórem hac dilectiónem nemo habet, ut ánimam suam ponat quis pro amícis suis.

Es gibt keinen größere Liebe als die, wenn einer sein Leben gibt für seine Freunde.

Oder: Joh 13, 35

In hoc cognóscent omnes quia discípuli mei estis: si dilectiónem habuéritis ad ínvicem, dicit Dóminus.

Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habt zueinander – so spricht der Herr.

 

SCHLUSSGEBET

Sacris mystériis reféctos, da nos, quæsumus, Dómine, beáti Elisabeth exémpla sectári, qui te indeféssa pietáte cóluit, et pópulo tuo imménsa prófuit caritáte. Per Christum.

Barmherziger Gott, wir haben das Brot des Lebens empfangen am Gedenktag der heiligen Elisabeth, die du uns als Vorbild echter Frömmigkeit und selbstlosen Helfens geschenkt hast. Lass auch uns aus der Kraft der heiligen Speise in der Liebe zu dir wachsen und uns mühen im Dienst an deinem Volk. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Eigene Lesungen

LESUNG 1 Joh 3, 14-18

Lesung aus dem ersten Johannesbrief

Liebe Brüder!

Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt. Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben. Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.

 

ANTWORTPSALM Ps 34 (33), 2-3.4-5.6-7.8-9.10-11 (R: vgl. 2a oder 9a)

Benedícam Dóminum in omni témpore.

R Den Herrn will ich preisen alle Zeit. – R

Oder:

Gustáte et vidéte quóniam suavis est Dóminus.

R Kostet und seht, wie gütig der Herr ist! - R

Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. - (R)

Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen. Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, er hat mich all meinen Ängsten entrissen. - (R)

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten. Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten. - (R)

Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren, und er befreit sie. Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; wohl dem, der zu ihm sich flüchtet! - (R)

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel. Reiche müssen darben und hungern; wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren. - R

Benedícam Dóminum in omni témpore.

R Den Herrn will ich preisen alle Zeit. – R

Oder:

Gustáte et vidéte quóniam suavis est Dóminus.

R Kostet und seht, wie gütig der Herr ist! - R

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM Vers: Joh 13, 34ac

Allelúia. Mandátum novum do vobis, dicit Dóminus; ut diligátis invicem sicut diléxi vos. Allelúia.

Halleluja. Halleluja. (So spricht der Herr:) Ein neues Gebot gebe ich euch: Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Halleluja.

 

EVANGELIUM Lk 6, 27-38

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.